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Was bedeutet „c/o“ in der Adresse?

Rechtsstand geprüft am — allgemeine Information, keine Rechtsberatung

„c/o“ ist die Abkürzung für das englische „care of“, auf Deutsch etwa „bei“ oder „zu Händen von“. Der Zusatz zeigt an, dass eine Sendung an eine Person geht, die unter dieser Anschrift über einen Dritten erreichbar ist — ohne dort zu wohnen.

Bedeutung und Herkunft

Ursprünglich nutzte man „c/o“, wenn jemand vorübergehend bei Freunden, Familie oder in einem Hotel wohnte. Heute ist der Zusatz vor allem im geschäftlichen Bereich verbreitet: Post geht an eine Person, wird aber von einem Unternehmen, einer Kanzlei oder einem Dienstleister angenommen.

Ohne den Zusatz kann der Zusteller eine Sendung als unzustellbar zurückschicken, wenn der Name nicht am Briefkasten steht. „c/o“ macht klar, über wen die Person erreichbar ist.

So adressierst du einen c/o-Brief

Die Reihenfolge ist immer gleich: In die erste Zeile kommt der Name der Person, für die die Sendung bestimmt ist. Darunter folgt „c/o“ mit dem Namen der Person oder Firma, die die Post annimmt. Danach kommen Straße mit Hausnummer und in der letzten Zeile Postleitzahl und Ort.

Beispiel: Erika Beispiel · c/o Beispiel Postservice GmbH · Musterweg 12 · 12345 Musterstadt. Statt „c/o“ ist auch „bei“ üblich; wichtig ist nur, dass die annehmende Stelle eindeutig genannt ist.

Wofür Creator eine c/o-Adresse nutzen

Creator brauchen für ihr Impressum eine Anschrift, wollen aber nicht, dass Fremde ihre Wohnung finden. Eine c/o-Adresse bei einem Dienstleister trennt beides: Öffentlich steht die Geschäftsanschrift des Dienstleisters, die Post wird dort angenommen und an dich weitergegeben.

Im Impressum steht dein bürgerlicher Name, darunter „c/o“ mit dem Namen des Dienstleisters und dessen Anschrift. Ein Künstlername darf zusätzlich stehen, ersetzt den bürgerlichen Namen aber nicht.

Worauf es rechtlich ankommt

Ein c/o-Zusatz allein macht eine Adresse nicht automatisch zur ladungsfähigen Anschrift. Entscheidend ist, dass dort tatsächlich jemand Post annimmt und Schriftstücke wirksam zugestellt werden können. Der Bundesgerichtshof hat die Adresse eines Postdienstleisters, der Post lediglich weiterleitet, für die Erhebung einer Klage nicht genügen lassen (Urteil vom 7. Juli 2023, V ZR 210/22).

Deshalb umfasst unser Vertrag eine Empfangsvollmacht für förmliche Zustellungen nach § 171 ZPO. Ob eine c/o-Anschrift im Impressum in jedem Einzelfall genügt, ist höchstrichterlich nicht abschließend geklärt — das sagen wir offen.

Häufige Fragen

Wofür steht c/o?

c/o steht für „care of“ und bedeutet „bei“ oder „zu Händen von“. Der Zusatz kennzeichnet, dass eine Sendung an eine Person gerichtet ist, die unter der angegebenen Anschrift nicht selbst wohnt, sondern über einen Dritten — etwa eine Firma, eine Kanzlei oder einen Postdienstleister — erreichbar ist.

Wie schreibe ich c/o richtig auf einen Brief?

Erste Zeile: Name der Empfängerin oder des Empfängers. Zweite Zeile: „c/o“ und Name der Person oder Firma, die die Post annimmt. Dritte Zeile: Straße und Hausnummer. Vierte Zeile: Postleitzahl und Ort. Bei Sendungen ins Ausland folgt zusätzlich das Bestimmungsland in einer eigenen Zeile.

Darf ich eine c/o-Adresse ins Impressum schreiben?

Häufig ja, aber nicht jede. Die Adresse muss eine echte Straßenanschrift sein, unter der Post tatsächlich angenommen wird und Zustellungen möglich sind. Eine reine Weiterleitungsadresse genügt nach der Rechtsprechung nicht ohne Weiteres. Eine Empfangsvollmacht für förmliche Zustellungen stärkt die Erreichbarkeit; abschließend geklärt ist die Frage für Impressen nicht.

Quellen

Wir haben die Angaben am 30. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen geprüft. Gesetze, Rechtsprechung und Plattformregeln ändern sich; für deinen Einzelfall wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

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